Archiv für Dezember 2014

Resümee 2014

Die Supporters Crew 05 e.V. blickt auf ein erfolgreiches Jahr 2014 zurück, wenn auch nicht sportlich:
Die Tatort Stadion 2 Ausstellung war drei Wochen lang in unserem FanRaum zu sehen. Etliche (Diskussions-)Veranstaltungen um ebendiese herum, der Besuch der Aachen Ultras und Ultras Braunschweig zum Thema „Nazis in den Kurven“ uvm. ließen die Ausstellung zu einem vollen Erfolg werden.
Weitere Fußball(politische)-Lesungen von z.B. Jan Tölva, Hardy Grüne und Dietrich Schulze-Marmeling fanden in unseren selbstverwalteten Räumen statt, Halil İbrahim Dinçdağ und Christian Rudolph (Fußballfans gegen Homophobie) waren kurz vor Verleihung des „Respektpreises“ für Halils Kampf gegen Diskriminierung bei uns zu Gast.
Wir gestalteten am 09.November, in Zusammenarbeit mit der Gesellchaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit und der Stadt Göttingen, die Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht und erinnerten an jüdische Fußballer im Trikot des 1.SC Göttingen 05, im speziellen an Ludolf Katz.

Nach einem unruhigen ersten Halbjahr im Vorstand des 1.SC 05, halfen und helfen wir dem neuen Vorstand rund um Jens Handkammer und Thorsten Richter in vielen Punkten, sei es im Bereich der Spieltagsbewerbung, Design und Verkauf von Dauerkarten, Fanartikeln o.ä.

Wir hoffen nun auch sportlich auf ein besseres Jahr für unseren 1.SC 05, der im Jahr 2015 110 Jahre alt wird – auf uns könnt ihr zählen!

Vielen Dank an alle aktiven und passiven Mitglieder der Supporters Crew 05 e.V., an alle Fans, Unterstützer und Sponsoren des 1.SC 05, vielen Dank an Jens Handkammer, Thorsten Richter, Frank Psotta, Jan Steiger und das ganze Team von Ehrenamtlichen, die es überhaupt möglich gemacht haben, dass unser 1.SC Göttingen 05 in mittlerweile ruhigerem Fahrwasser einer besseren Zukunft entgegenblicken kann und vielen Dank an die Spieler unserer Mannschaft, die für 05 und uns gekämpft haben!

Allez 05!

P.S.: Und so geht´s im Januar 2015 weiter, kommt ma´alle FanRaum! ;-)

Endrunde OB-Cup

Nach einem holprigen Start gegen Nörten konnte unsere Mannschaft gestern vollkommen überzeugen!
Heute geht´s mit der Zwischenrunde weiter.
Wir treffen uns ab 15:05 Uhr im FanRaum und gehen gemeinsam zur Halle.
Alle in die Halle, #allezu05!

Gruppe A
17:00 FC Eintracht Northeim – SCW Göttingen
17:15 1. SC Göttingen 05 – DSC Dransfeld
18:00 DSC Dransfeld – FC Eintracht Northeim
18:15 SCW Göttingen – 1. SC Göttingen 05
19:15 SCW Göttingen – DSC Dransfeld
19:30 FC Eintracht Northeim – 1. SC Göttingen 05

Gruppe B
17:30 SVG Göttingen – FC Lindenberg Adelebsen
17:45 FC Grone – Bovender SV
18:45 FC Lindenberg Adelebsen – FC Grone
19:00 Bovender SV – SVG Göttingen
19:45 Bovender SV – FC Lindenberg Adelebsen
20:00 SVG Göttingen – FC Grone

20:30 Spiel um Platz 3
20:45 Finale

Vorrunde OB-Cup

Die Vorrundenbegegnungen des OB-Cups stehen fest.
Der 1.SC Göttingen 05 spielt am Sonntag, den 28.12.2014.
Treffen im FanRaum ab 14:05 Uhr, das erste Spiel beginnt um 16:00 Uhr.
Alles für 05, #allezu05!

16:00 1. SC Göttingen 05 – SSV Nörten-Hardenberg
16:15 Bovender SV – TSV 04 Bremke / Ischenrode
16:30 FC Grone – SCW Göttingen
16:45 RSV Göttingen 05 – SV Gr. Ellershausen-Hetjershsn.
17:00 SG Lenglern – 1. SC Göttingen 05
17:15 SSV Nörten-Hardenberg – Bovender SV
17:30 SC Rosdorf – FC Grone
17:45 SCW Göttingen – RSV Göttingen 05
18:00 TSV 04 Bremke / Ischenrode – SG Lenglern
18:15 Bovender SV – 1. SC Göttingen 05
Pause
18:45 SV Gr. Ellershausen-Hetjershsn. – SC Rosdorf
19:00 RSV Göttingen 05 – FC Grone
19:15 TSV 04 Bremke / Ischenrode – SSV Nörten-Hardenberg
19:30 SG Lenglern – Bovender SV
19:45 SV Gr. Ellershausen-Hetjershsn. – SCW Göttingen
20:00 SC Rosdorf – RSV Göttingen 05
20:15 1. SC Göttingen 05 – TSV 04 Bremke / Ischenrode
20:30 SSV Nörten-Hardenberg – SG Lenglern
20:45 FC Grone – SV Gr. Ellershausen-Hetjershsn.
21:00 SCW Göttingen – SC Rosdorf

Budenzauber!

Das Highlight der Hallensaison, der OB-Cup in der S-Arena, findet traditionell „zwischen den Jahren statt“.
Von Samstag, den 27.12.bis Montag, den 29.12 kämpft Göttingens Fußballprominenz und deren „Anhang“ um den Cup des Oberbürgermeisters und gegen 05.
Die eine Hälfte der Halle liebt uns, die andere nicht so dolle.
Kommt mit auf die gute Seite, alle zusammen in die Halle, alle für 05!

Mehr Infos zu den Vorrundenspielzeiten und der Treffpunkt zum gemeinsamen Gang zur Halle werden rechtzeitig bekanntgegeben.
Hier gibt´s schon mal die Gruppeneinteilung.

Vorrundengruppen

Sparkasse-Göttingen-Gruppe:

SV Göttingen 07
SG GW Hagenberg
NK Croatia
TSV Holtensen
TSV Groß Schneen

Feinbäckerei-Ruch-Gruppe:

Eintracht Northeim
Sparta Göttingen
FC Lindenberg-Adelebsen
ESV Rot-Weiß
DSC Dransfeld

Rewe-Gruppe:

1. SC 05 Göttingen
SV Groß Ellershausen/Hetjershausen
TSV Bremke/Ischenrode
Bovender SV
SG Lenglern

Einbecker-Brauhaus-Gruppe:

FC Grone
SC Weende
SSV Nörten-Hardenberg
RSV 05
SC Rosdorf

….mehr Informationen demnächst in diesem Theater!

Kein Vergeben, kein Vergessen!

Aufflammender Antisemitismus

Dietrich Schulze-Marmeling über die Geschichte der Juden im Fußball

„Antisemitismus ist etwas, das man nicht besiegen kann. Man kann ihn reduzieren und eindämmen – aber nicht besiegen.“ Die Worte des renommierten Buchautors Dietrich Schulze-Marmeling klingen eindringlich. Rund 50 Zuhörer lauschen der Lesung, die der 58-Jährige im Fanraum des 1. SC 05, am Platz der Synagoge in der Oberen-Masch-Straße, hält.

Göttingen. In seinen Büchern, aus denen er rezitiert – unter anderem aus dem Fußballbuch des Jahres von 2011, „Der FC Bayern und seine Juden“ – beleuchtet Schulze-Marmeling ein Thema, über das lange Zeit geschwiegen worden ist.

„Man musste gewaltig kratzen, um an die Informationen zu gelangen“, verdeutlicht der Autor, während er über die Geschichte der Juden im deutschen Fußball spricht. Dabei zeichnet er hauptsächlich Einzelschicksale nach – von der Diskriminierung und Ausgrenzung zur Verbannung bis hin zur Ermordung.

Gottfried Fuchs beispielsweise erzielte bei den olympischen Spielen 1912 zehn Tore gegen Russland, musste aufgrund seiner jüdischen Herkunft aber schließlich ins kanadische Exil. Kurt Landauer wiederum wurde 1933 sein Amt als Präsident des FC Bayern München entrissen. „Die Bayern-Fans mussten sich dieser Geschichte annehmen und verstehen lernen, dass Landauer der Vater des modernen Bayern ist – und nicht etwa Uli Hoeneß“, so Schulze-Marmeling.

Einem Einzelschicksal ist auch das Denkmal gewidmet, das von der Supporters-Crew des 1. SC 05 an der Außenwand des Fanraums enthüllt wurde: Es erinnert an eines von fünf bekannten ehemaligen jüdischen Vereinsmitgliedern, den Kaufmannssohn Ludolf Katz. Ab 1918 Mitglied der Schwarz-Gelben, wurde Katz 1933 vom Verein ausgeschlossen. Das ihm gewidmete Denkmal soll als Mahnung verstanden werden, Verantwortung in der Gesellschaft zu übernehmen.

„Man wird sich im Leben nie zurücklehnen können“

„Es ist erschütternd, wie lange es dauert, bis die Ereignisse aufgearbeitet werden“, verdeutlichte Göttingens Bürgermeister Ulrich Holefleisch (Grüne). Entsprechend richtete er ebenso wie die Kultur- und Sozialdezernentin der Stadt Göttingen, Dagmar Schlapeit-Beck, seinen Dank und Respekt an die Vertreter des Fanclubs.

Noch viel erschütternder sind mit dem Wissen um die Geschichte viele Geschehnisse der Gegenwart: Denn während der Lesung wird deutlich, dass auch heute noch vielerorts Antisemitismus zu finden ist: Ob Itay Schlechter, der 2012 beim 1. FC Kaiserslautern von seinen eigenen Fans als „Drecksjude“ beschimpft wurde.

Ob Vereine wie Maccabi Frankfurt oder Maccabi Berlin, die sich auch heute noch Diskriminierungen konfrontiert sehen. Oder eine „völlig schockierende“ Szene, die Schulze-Marmeling selbst erlebte, als sich bei einem B-Jugend-Training Spieler gegenseitig als „Jude“ bezeichneten.

„Es gibt zwar die positive Entwicklung, dass man sich der Geschichte annimmt“, resümiert der Autor. „Aber zugleich gibt es eine negative, weil belegt ist, dass es wieder vermehrt Antisemitismus gibt.“ Einer der abschließenden Sätze von Schulze-Marmeling kann daher durchaus als Aufforderung verstanden werden: „Man wird sich im Leben nie zurücklehnen können“, sagt er, „weil Antisemitismus in bestimmten gesellschaftlichen Situationen immer wieder entflammen kann.“

Quelle: Göttinger Tageblatt vom 12.12.2014